Rebsorten
Weiße Sorten:
Weisser Elbling
Seit mehr als 2000 Jahren wächst bei uns die Elblingrebe.
Deutschlands älteste Rebsorte, von den Römern nach Gallien gebracht, ist heute
nur noch an den Hängen der Obermosel zu finden. Sie gehört zu den ältesten
Weißweinreben Europas. Das an der Obermosel herrschende milde Klima und der
tiefgründige Muschelkalkboden bilden die besten Voraussetzungen zum Gedeihen
dieser Rarität unter den deutschen Weißweinen. Elbling ist
ein erfrischender, süffiger
Wein, der sich in seiner
trockenen Art als hervorragender Essensbegleiter zeigt - sei es zu Fisch und
Meeresfrüchten oder zu einer deftigen Brotzeit. Der besondere Charakter dieses
Weines läßt ihn im altklassischen Flaschengärverfahren, das man auch "methode
champenoise" nennt, zu einem außergewöhnlichen Sekt reifen. Durch
seine gradlinige, frische und spritzige Art gehört er als Rarität zu den
besten unter den Spitzensekten der Welt.
Auxerrois (Pinot Auxerrois)
Gehört zur Familie der Burgunderreben. Verbreitung:
in Frankreich im Elsaß, in der Champagne und in Burgund. In Deutschland
hauptsächlich an der deutsch- und luxemburgischen Obermosel und in Baden. Der
Name stammt möglicherweise von der französischen Grafschaft Auxerrois zwischen
Burgund und Chablis. Farbe: blaß bis hellgelb, Geschmack: milde Säure,
leichter bis mittlerer Körper; Essen: Süßwasser und zarter Seefisch, helles
Fleisch und Terrinen, Frischkäse.
Chardonnay
Die Rebe wird ebenfalls zur Burgunderfamilie gerechnet. Ihre Herkunft ist in
Vorderasien, Libanon zu suchen; sie kam mit der Ausbreitung der Weinkultur nach
Frankreich und fand schwerpunktartig in Burgund eine neue Heimat. Unsere
schweren Muschelkalkböden bieten ideale Anbaubedingungen. Die Weine sollten kräftig im Alkohol sein. Mit zunehmender Reife präsentieren
sie sich mit einer "buttrigen Burgunderblume", die das typische
Merkmal eines Chardonnay ist.
Weisser Burgunder (Pinot Blanc)
Eine alte Mutation aus der Burgunderfamilie, die sehr eng verwandt ist mit
dem Blauen Spätburgunder und dem Auxerrois. Die Weine sind mild im Charakter; leicht, frisch, fruchtig und gegenüber den
übrigen weißen Burgunderweinen etwas aromaschwächer. Sie präsentieren sich
am besten als junger frischer Wein.
Riesling
Verbreitung: In Deutschland die neben Müller-Thurgau am weitesten verbreitete
Rebsorte, vor allem an Mosel-Saar-Ruwer, in der Pfalz, im
Rheingau, am Mittelrhein und an der Hessischen Bergstraße. Stammt wahrscheinlich von einer Wildrebe am
Oberrhein ab. Bereits vor 1500 urkundlich erwähnt. Riesling reift sehr spät
und stellt daher hohe Anforderungen an die Lage. In ihrer Lagerfähigkeit sind
Rieslinge unübertroffen. Farbe: blaß mit Grünstich bis goldgelb, Aromen:
Apfel, Grapefruit, Pfirsich, Aprikose, Quitte, Ananas, Mango, Kräuter.
Geschmack: rassige Säure, leichter bis kräftiger Körper, Essen: zarter
Seefisch, Süßwasserfisch, Schalentiere, Kalb, Geflügel, Spargel, Frischkäse,
schwerere Weine auch zu Enten- oder Gänsebraten, Edelsüß als Aperitif oder
zum Dessert.
Müller Thurgau (Rivaner)
Eine Rebsorte, die in Deutschland einst zu den am meisten angebauten Sorten
zählte. Sie ist eine Neuzüchtung, gekreuzt aus Riesling X Madleine royal
(früher als Kreuzung Riesling X Silvaner bezeichnet) die um 1900 in Deutschland
populär wurde. Sie wurde 1882 von Prof. Müller-Thurgau gekreuzt Die Weine sind sehr süffig, fruchtig, würzig mit einem
angenehmen Muskatton und
einer milden Säure. Sie präsentieren sich am schönsten, wenn sie mit einer
gewissen Süße ausgebaut sind. Ein idealer fruchtiger Schoppenwein.
Ortega
Man kann von dem Wein ein feines Bukett und harmonische Fülle erwarten. Da
er als lagerfähig gilt, baut er durch seine Flaschenreife seine Vorzüge noch
aus. Hans Breider (1908 - 1960) kreuzte diese Sorte 1948 in Würzburg aus Müller-Thurgau
x Siegerrebe. Sie verbreitete sich nach 1970 als frühreifende, bei später
Ernte hochwertige Weine bringende Sorte. Seinen Namen hat sie von dem spanischen
Philosophen, Dichter und Weinfreund José Ortega y Gasset 1883 - 1955). Diese
Rebe bringt fruchtige Beerenauslesen hervor, die edelsüß als aromatischer
Aperitif oder zum Nachtisch gereicht werden können.
Morio-Muskat
Der würzige Muskatton der Sorte – sie wurde in den zwanziger Jahren von
Peter Morio an der Lehr- und Forschungsanstalt in Neustadt gekreuzt und auf dem
Geilweilerhof bei Siebeldingen vermehrt – stammt eindeutig von der
väterlichen Linie. Das ist, wie jüngste Genanalysen belegen, der Muskateller
(Mutter ist der Silvaner). So beeindruckt der Musterknabe mit seinem perfekt
trainierten Aromakörper genau dort, wo auch der Vater glänzt: als typischer
Bukettwein mit aromatischen Spätlesen oder Begleiter von kräftigen Speisen.
Zudem schwören seine Fans auf seine Qualitäten als Schoppenwein. Nur sehr
selten an der Mosel zu finden.
Rote Sorten:
Blauer Spätburgunder (Pinot Noir)
Der Spätburgunder gilt als eine der besten Rotweinreben. Die Burgunderfamilie
gehört wohl
zu den am frühesten aus den Wildreben im westlichen Mitteleuropa
ausgelesenen Sorten. Karl III. der Dicke (839-888) brachte die Sorte 884 nach
Bodam am Bodensee. Ein gemeinsames klares Profil haben die Weine dieser Sorte
nicht; denn es werden eigentlich drei verschiedene Geschmacksideale angestrebt;
der jugendliche, fruchtige und säurebetonte Typ; der entwickelte, zarte, eher
runde und weniger Säurebetonte Typ; und die im Holzfaß abgelagerte Variante
mit Vanille-Zimt-Anklängen (Barrique). Entsprechend unterschiedlich ist die
Eignung dieser Sorte zu verschiedenen Gerichten. Gute Kombinationsmöglichkeiten
zu Spätburgunder Weißherbsten bieten Vorspeisen und kräftig gewürztes
weißes Fleisch. Spätburgunder Rotweine eignen sich zu kräftigen Braten und
Wildgerichten.
Dornfelder
Wenn das keine Erfolgsgeschichte ist: Da kommt ein südländischer Beau Jahrgang
1955 von tiefroter Gesichtsfarbe daher und schon liegt ihm die Weinwelt zu
Füßen. So geschehen seit Anfang der neunziger Jahre in der Pfalz. Die Eltern (Helfensteiner
und Heroldrebe) spielen keine Rolle auf dem Weinmarkt, dafür macht der
Jüngling, eigentlich als Deckrotwein gedacht, plötzlich eigenständig
Karriere; präsentiert sich, trocken ausgebaut, als samtiger, gehaltvoller und
markanter Rotwein, der bestens zu Braten und aromatischem Käse passt; schmückt
sich, wenn es sein muss, mit Barrique-Tönen.
Merlot
Merlot ist eine der Hauptsorten im Bordelais. Vor allem Saint-Emilion-Weine
basieren auf dieser Rebe. Sie ist auch in Californien stark vertreten, in Chile,
Australien, Südafrika, im Tessin und - jetzt auch an der Mosel zuhause. Wein
ist samtig, vollmundig, körperreich, säurefrisch und fruchtig. Gute
Lagerfähigkeit zeichnet diesen Wein aus.